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Am 9. Februar 2012 findet im Kino Apollo, Koblenz, um 19:30 Uhr die Vor-Premiere des Kino-Dokumentarfilms NEWO ZIRO (Neue Zeit) statt, der in Koblenz und auf den Shetland-Islands u. a. mit Bawo Reinhardt, Lulo Reinhardt, Sascha Reinhardt und Sibel Mercan gedreht haben. Die offizielle Deutschland-Premiere wird am 17. März 2012 in Köln im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus stattfinden. Der Film gewährt tiefe Einblicke in die deutsche Sinti-Kultur, die landläufig diskriminiert und verachtet wird.
„Heute unterscheiden sich die meisten Sinti-Jugendlichen mit ihren Klamotten, ihrem Slang und dem Gel in den Haaren kaum noch von ihren Altersgenossen. Aber von alltäglicher Diskriminierung, z.B. in der Schule, können sie ein Lied singen. Welche Zukunft hat eine nationale Minderheit, die auf ihrer Eigenständigkeit besteht, deren Kultur aber immer mehr in der Mehrheitsgesellschaft zu verschwinden droht?“
Es wird ein kulturelles Rahmenprogramm geben. Die Filmemacher_innen stehen für Gespräche zur Verfügung und einer Lulo Reinhardt, einer der Hauptdarsteller_innen, wird im Anschluss aus seinem Repertoire spielen.
Los geht’s im Odeon-Kino, Löhrstraße 88, in Koblenz um 19:30 Uhr.
In Koblenz gibt es in den nächsten Tagen mehrere interessante Veranstaltungen:
Dienstag, 17. Januar: Vortrag und Diskussion mit Sonja Eismann (Berlin) zu Feminismus und Popkultur.
Sonja Eismann ist Mitbegründerin popfeministischen Zeitschrift Missy Magazine und Herausgeberin des Sammelbandes „Hot Topic. Popfeminismus heute“, in dem es um die Geschichte des riot grrrl-Punk geht.
19:00 im Café Stilbruch, Eltzerhofstrasse 3
Veranstaltet von der Uni Koblenz
Montag, 23. Januar: Vorstellung der „Heitmeyer-Studie“
Die „Heitmeyer-Studie“ untersuchte in den letzten 10 Jahren menschenverachtende Einstellungen wie Rassismus, Nationalismus und Sexismus in Deutschland. Vor kurzem ist der Abschlussbericht veröffentlicht worden: menschenfeindliche Mentalitäten in dieser Gesellschaft halten sich hartnäckig oder breiten sich sogar aus.
19:00 im Medienladen des Kurt-Esser-Hauses (Bahnhofsnähe)
Veranstaltet von der Uni Koblenz
Dienstag, 24. Januar: Veranstaltung zu Rechtspopulismus in Skandinavien
Durch die aktuellen Ereignisse um die Nazi-Terroristen ist es schon fast wieder vergessen: In Norwegen wurden im Juli 2011 viele Menschen bei einem Massaker von einem Rassisten Linken- und Islamhasser umgebracht. Hat der Rechtspopulismus eine (Mit-)Schuld an dem Massaker in Norwegen? Und wieso sind rechtspopulistische Parteien in den skandinavischen Ländern deutlich erfolgreicher sind als in Deutschland? Der Referent, Torben Johannsen, ist Auslandskorrespondent für Skandinavien des Antifaschistischen Infoblattes (aib) und lebt in Dänemark. Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten.
19:30 im Circus Maximus, Stegemannstraße 30
Veranstaltet von Antifa Koblenz, DGB Koblenz, ver.di Jugend Koblenz und AstA FH Koblenz
Verschiedene Gruppen rufen für Samstag, 07. Januar zu einem Schweigemarsch auf, um in Koblenz den Mordopfern von Neonazis zu gedenken:
Aufruf zu einem Schweigemarsch
Die Arbeitsgruppe türkischer Migranten (ATM) und die DGB Region Koblenz rufen
zum Schweigemarsch auf am:
Samstag, 7. Januar 2012, um 11:00 Uhr
ab Schlossrondell/ Schlossstraße in Koblenz
Mit diesem Schweigemarsch gedenken wir der mindestens zehn Mordopfer von rassistisch motiviertem Terrorismus.
Die Entsetzlichkeit dieser Morde ist vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und historischen Verantwortung umso
niederschmetternder. Angesichts der Kontinuität terroristischer Aktivitäten von Neonazis über Jahrzehnte appellieren wir
ausnahmslos an alle Bürgerinnen und Bürger dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten!
Wir fordern:
Dass alle Mordfälle schnellstmöglich aufgeklärt werden und alle Beteiligten zur Verantwortung gezogen werden.
Das Verbot der NPD, und damit dem Sprachrohr der Rassisten.
Die Aufklärung der Rolle aller beteiligten staatlichen Stellen.
Die Durchführung einer systematischen und großangelegten Kampagne gegen rechte Einstellungen und Rassismus, die erklärend und präventiv wirken soll und auch Repressalien im Blick hat. Dabei müssen auch soziale Netzwerke und soziale Medien im Internet mit einbezogen werden.
weitere Infos: http://west.dgb.de/rheinland-pfalz/koblenz
Anfang der 1990er-Jahre wurden in Rheinland-Pfalz mehrere Menschen von Neonazis umgebracht. Die Koblenzer Initiative “Kein Vergessen” setzt sich für ein angemessenes Gedenken ein.
Bei einer Kundgebung im August versuchten Neonazis die Veranstaltung zu stören.
Am 15.12. findet um 19:30 die Veranstaltung über die Codes and Styles der Neonazis im Circus Maximus (Stegemannstraße) statt.
Das Hakenkreuz kennen alle, den Gruß “Heil Hitler” auch. Doch was macht man, wenn solche Inhalte versteckt werden, wenn aus “Heil Hitler” die Zahlenkombination 88 wird? Der Sportlehrer freut sich vielleicht, dass seine Schützlinge auch in der Freizeit Basketball-Shirts tragen. Und die Nummer 88 ist sicherlich ein bekannter Profisportler, den er nur nicht kennt. Was für Außenstehende unauffällig wirkt, hat für diejenigen, die sich auskennen, die Jugendlichen, eine enorme Bedeutung.
Die mehr als 120 bekannten Zeichen, die verdeckt oder offen eine politische Orientierung nach rechts mitteilen, sind für die meisten Erwachsenen eine Fremdsprache. Sie sind jedoch nicht nur Erkennungsmerkmal für Gleichgesinnte und vermitteln ein Gruppengefühl, sie transportieren auch eine politische Botschaft. Ähnlich neonazistischer Musik, bei der der Musikstil kein eindeutiges Indiz für die politische Ausrichtung der Band ist, kann ein unscheinbares Symbol eine große Bedeutung für seinen Träger haben.
Politische Symbole sind nichts anderes als die komprimierte Darstellung der wesentlichen Grundsätze einer Weltanschauung. Ihre Wiedergabe vermittelt einen bestimmten Inhalt, eine Deutung, oder ist gerade bei jugendlichen Trägern erst einmal “nur” Ausdruck eines Gefühls. Das Gefühl des “Rechtsseins” steht im Vordergrund und schließt einen ausformulierten, politischen Inhalt nicht zwingend mit ein. Die politische Botschaft kann sich in der Aufwertung des Eigenen und der Ablehnung alles Fremden erschöpfen.
Der Vortrag beleuchtet die Codes und Symbole rechter Jugendlicher und ihren Zusammenhang mit einem Lifestyle, zu dem auch bestimmte Markenkleidung gehört.
Es wird auch die Möglichkeit geben, sich über aktuelle Themen und die Szene vor Ort auszutauschen.
Veranstaltet von der Uni Koblenz